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10. Februar 2012

Binzer Bäderarchitektur

Abgelegt unter: Allgemein, Sehenswürdigkeiten auf Rügen — Tags:, , , — admin @ 15:43

Offen und heiter am Meer. Einem Stichwort begegnet man hier auf Schritt und Tritt: Bäderarchitektur. Vor allem, weil Binz als das am besten erhaltene Ensemble der Bäderarchitektur der ganzen Ostseeküste gilt.
Eine ganze Perlenkette historischer Bauten reiht sich am Prorer Wieck auf. Wenn Sie die Feinheiten der wunderbaren Bauten kennen, können Sie die Schönheit der Binzer Promenade beim nächsten Gang noch ein bisschen mehr genießen.Bäderarchitektur, das ist kein eigener Stil, sagen Kunsthistoriker. Die Bezeichnung bezieht sich vielmehr auf Entstehungszeit und Funktion der schönen Bauten: Alles, was zwischen 1880 bis 1914 für Erholungssuchende in den damals neuen Seebädern entstand, gehört dazu. Heute wirken die weißen Schönheiten wie aus einem Guss, doch wenn man sie genau besieht, entdeckt man die vielen Stile, die der damals modische Historismus zitiert: antike Tempelportale, Säulen neben gotischen Fenstern, Jugendstil-Ornamente (Haus Möwe), aber auch Barock- und Renaissance-Zitate.
Binz zeigt sogar alpenländische Anklänge (”Schweizer Häuser”) und nordische Holzhäuser. Jedes Haus ist anders. Und trotzdem gibt es viele Gemeinsamkeiten: Zuerst die Farbe - das Weiß strahlt elegant, festlich und mediterran, verstärkt durch blaues Meer, den Himmel und den feinen, strahlenden Strand. Dann das Dekor der Häuser, das leicht und verspielt wirkt. Das liegt am Material. Auf Rügen verwendeten die Baumeister für Verzierungen und Balkone eher fein gearbeitetes Holz oder Metall, während Balkone und Vorbauten auf Usedom im Vergleich dazu fast immer massiv gebaut sind und schwerer wirken. Die Binzer Holzelemente dagegen scheinen im Sonnenlicht wie geklöppelte Spitze, oft handelt es sich um Laubsägearbeiten von Bootsbauern, die mit der Feinarbeit die langen Winter überbrückten.
Hinzu kommt: Alles wendet sich zum Meer und zur Promenade - auch die ebenfalls für die Bäderarchitektur typischen Loggien, Balkone, Erker und Terrassen. Warum? Weil damals die südliche Sehnsucht und Hinwendung zur Natur, nach Luft, Licht, Sonne und Meer zum ersten Mal auch baulich handfest ausgelebt wurde. Ein Grund, warum wir diese Architektur noch heute lieben.
Text Quelle. - www.travelcharme.com
Bilder - Doris.Brockschmidt


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